28.03.2026 in Pressemitteilungen
AfA Bundesvorstand – Pressemitteilung vom 28.03.2026

AfA Bundesvorstand – Pressemitteilung vom 28.03.2026
Keine Reformen auf dem Rücken der Beschäftigten – AfA zieht klare Linien
Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) in der SPD warnt eindringlich vor Reformansätzen, die zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen. Anlässlich der von Lars Klingbeil vorgestellten wirtschafts- und sozialpolitischen Agenda macht die AfA deutlich:
Modernisierung und Wachstum dürfen nicht mit dem Abbau von Arbeitnehmerrechten, längeren Arbeitszeiten oder einer Aushöhlung des Sozialstaats erkauft werden.
„Deutschland braucht Investitionen, industrielle Stärke und Entlastung für die arbeitende Mitte – darin sind wir uns einig. Aber wer glaubt, Wachstum durch mehr Druck auf Beschäftigte zu erzeugen, verkennt die Realität in den Betrieben.
Nicht die Beschäftigten haben dieses Land in die Krise geführt. Sie halten es Tag für Tag am Laufen.“— Cansel Kiziltepe, Bundesvorsitzende der AfA
Die AfA kritisiert insbesondere:
- die Ausweitung befristeter Beschäftigung
- die Verlängerung der Arbeitszeit
- rentenpolitische Modelle, die faktisch auf Kürzungen hinauslaufen
Diese Ansätze widersprechen sowohl der Lebenswirklichkeit vieler Menschen als auch zentralen sozialdemokratischen Grundsätzen.
„Arbeitszeit ist Lebenszeit. Mehrarbeit darf niemals die Antwort auf politische Versäumnisse sein.“
— Cansel Kiziltepe
Die AfA positioniert sich klar gegen jede Form der Prekarisierung:
- Kündigungsschutz, Tarifbindung und sichere Beschäftigung sind nicht verhandelbar
- Öffentliche Aufträge sollen nur an tarifgebundene Unternehmen mit Standortgarantien vergeben werden
Zugleich unterstützt die AfA ausdrücklich das Ziel, 95 % der Beschäftigten steuerlich zu entlasten.
„Diese Entlastung muss gerecht finanziert werden – durch hohe Einkommen, große Vermögen und Übergewinne, nicht durch Kürzungen bei Sozialleistungen oder der öffentlichen Daseinsvorsorge.“
— Cansel Kiziltepe
Eine Reform des Sozialstaats kann nach Auffassung der AfA nur solidarisch gelingen. Rentenkommissionen ohne Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen werden klar abgelehnt.
„Die AfA steht fest an der Seite der DGB-Gewerkschaften. Reformen müssen gemeinsam mit denen entwickelt werden, die die Interessen der Beschäftigten vertreten.“
— Cansel Kiziltepe
Fazit der AfA
„Die SPD darf ihre sozialdemokratische Seele nicht dem Primat wirtschaftlicher Anpassung opfern. Deutschland bleibt nur stark, wenn die arbeitende Mitte gestärkt wird – nicht, wenn sie die Zeche zahlt.“
28.03.2026 in Arbeitsgemeinschaften
Aufruf des DGB zu den Ostermärschen 2026
Aufruf des DGB zu den Ostermärschen 2026: Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

25.03.2026 in Arbeitsgemeinschaften
PRESSEMITTEILUNG AfA Baden-Württemberg

PRESSEMITTEILUNG AfA Baden-Württemberg
Am Samstag, 14. März, hat sich die AfA (Arbeitsgemeinschaft für Arbeit) in Stuttgart zu ihrer Landesdelegiertenkonferenz (LDK) getroffen. Im Mittelpunkt standen die inhaltliche Positionierung der AfA, die Neuwahl des Landesvorstands sowie die Diskussion über die Lage in der SPD nach der Landtagswahl vom 8. März 2026.
Daniel Sauerbeck, Landesvorsitzender der AfA, hebt hervor:
„Auf unserer LDK haben wir erneut festgestellt, wie stark unsere Herzen für eine Sozialdemokratie im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schlagen. Viele wünschen sich eine offenere und diskussionsfreudigere SPD. Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit ist überzeugt: Eine echte Erneuerung kann nur von unten gelingen. Eine entsprechende Resolution wurde einstimmig beschlossen.“
Inhaltlich konnte die AfA mit ihrem Leitantrag „Gute Arbeit im Ländle: Arbeit sichern – Standort halten – in Zukunft investieren“ deutlich machen, was sie von der kommenden Landesregierung fordert: eine Stärkung der Tarifbindung und Mitbestimmung, Investitionen in zukunftsfähige Infrastruktur sowie die Einbeziehung der Beschäftigten und Gewerkschaften in die Gestaltung des industriellen Wandels. An die Unternehmen richtet sich der Appell, Verantwortung für Arbeitsplätze und Standorte im Ländle zu übernehmen und gemeinsam mit den Beschäftigten Zukunftskonzepte zu entwickeln.
Mit 97 % Zustimmung wurde der Landesvorsitzende Daniel Sauerbeck, der Betriebsratsvorsitzender bei der ZF Friedrichshafen AG am Standort Alfdorf ist, in seinem Amt bestätigt.
„Wenn wir unsere Partei wieder zu alter Stärke führen wollen, müssen wir die Lebensrealitäten der arbeitenden Menschen stärker in unsere Politik einbeziehen. Das ist in der Vergangenheit viel zu wenig geschehen“, so Evelyne Gottselig vom Kreisverband Mannheim, stellvertretende Landesvorsitzende.
Gerri Kannenberg, Kreisverband Stuttgart, der als neuer stellvertretender Landesvorsitzender gewählt wurde, betont:
„Die AfA ist nah dran an den aktuellen Themen der Arbeitswelt. Ob Industriepolitik, Mitbestimmung, der Erhalt des Acht-Stunden-Tags, faire Eingruppierung im öffentlichen Dienst oder ein wirklich sozialer Sozialstaat – die AfA hat das inhaltliche Profil und, wie sich am Samstag gezeigt hat, auch die Genossinnen und Genossen, die für diese Inhalte kämpfen wollen und werden.“
Zusatz (nicht Teil der Pressemitteilung):
Aus dem SPD-Kreisverband Böblingen gehören dem neu gebildeten Landesvorstand zwei Mitglieder an:
Farina Semler, stellvertretende GEW-Landesvorsitzende
Georg Patzek, DGB-Kreisvorsitzender.

25.03.2026 in Gemeindenachrichten
DGB-Kreisverband Böblingen begrüßt Benennung des Georg-Bronnemayer-Platzes in Sindelfingen

Der DGB-Kreisverband Böblingen begrüßt die Entscheidung des Sindelfinger Gemeinderats vom Dienstag, 24.03.2025, den neu geschaffenen Platz am Standort des ehemaligen Daimler-Stegs künftig „Georg-Bronnenmayer-Platz“ zu nennen.
Mit der Namensgebung wird eine Persönlichkeit gewürdigt, die für die frühen Kämpfe der Arbeiterbewegung in Maichingen steht. Georg Bronnenmayer verkörpert den Einsatz für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen in einer Zeit, in der soziale Rechte, Mitbestimmung und faire Löhne hart erstritten werden mussten. Sein Engagement im 19. Jh.. ist Teil der gewerkschaftlichen Tradition in der Region.
„Die Entscheidung des Gemeinderats ist ein wichtiges Signal – gerade in einer Zeit, in der gute Arbeit, soziale Sicherheit und Mitbestimmung erneut unter Druck stehen“, erklärt Georg Patzek, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Böblingen. „Die Herausforderungen haben sich verändert, doch der Kern bleibt: Beschäftigte brauchen starke Interessenvertretungen, gute Löhne und verlässliche Arbeitsbedingungen.“
Der Georg-Bronnenmayer-Platz wird mit der Platzbenennung nicht nur ein neuer öffentlicher Platz, sondern auch ein sichtbares Zeichen für die Werte der Gewerkschaftsbewegung: Solidarität, Zusammenhalt und der Einsatz für gute Arbeit. Gerade in Zeiten von Strukturwandel, Transformation und wachsender sozialer Ungleichheit sei es wichtig, diese Werte im öffentlichen Raum präsent zu halten.
Der DGB-Kreisverband Böblingen dankt dem Gemeinderat, sowie dem Oberbürgermeister Kleemann und der Baubürgermeisterin Frau Dr. Corinna Clemens für diese Entscheidung. Und ein ganz besonderer Dank geht auch an den Sindelfinger Geschichtsexperten und Heimatforscher Klaus Philippscheck, der sich sehr für die Bewahrung des Wissens über Georg Bronnenmayer engagiert hat.
https://zeitreise-bb.de/bronmay/
15.03.2026 in Arbeitsgemeinschaften
Resolution der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) Baden-Württemberg zur Neuaufstellung der SPD nach der Landtagswahl

Resolution der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) Baden-Württemberg zur Neuaufstellung der SPD nach der Landtagswahl
Die SPD Baden-Württemberg hat bei der vergangenen Wahl lediglich 5,5 Prozent der Stimmen erreicht. Dieses Ergebnis ist das schwächste in der Geschichte der Landespartei und zugleich das schlechteste Ergebnis der SPD bei einer Landtagswahl in der Geschichte der Bundesrepublik. Es bedeutet nahezu eine Halbierung des Ergebnisses der vorherigen Landtagswahl. Fast wäre die SPD außerparlamentarisch.
Für die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) ist klar: ein „Weiter so“ darf es nach diesem Ergebnis nicht geben.
Die Wählerinnen und Wähler in Baden-Württemberg haben deutlich gemacht, dass sie die SPD in ihrer derzeitigen Aufstellung nicht ausreichend überzeugen kann. Dieses Ergebnis ist daher ein klarer Auftrag zur umfassenden Erneuerung – strukturell, inhaltlich und personell.
Nach Auffassung der AfA ist das Wahlergebnis nicht allein auf Fehler im Wahlkampf der letzten Wochen und Monate zurückzuführen oder einer einzigen Person anzulasten. Aus Funktion folgt Verantwortung. Doch vielmehr spielt es langjährige strukturelle Probleme innerhalb der Partei wider und hat besonders in Baden-Württemberg hausgemachte Ursachen. Wichtige inhaltliche Debatten wurden nicht ausreichend geführt, politische Weiterentwicklungen sind ausgeblieben und Landesparteitage haben zunehmend an politischer Schärfe verloren. Für viele Wählerinnen und Wähler, aber auch für zahlreiche Mitglieder, ist heute nicht mehr klar erkennbar, wofür die SPD in Baden-Württemberg steht.
Die AfA stellt fest: die SPD verliert die Arbeiterinnen und Arbeiter nicht an andere Parteien – sie verliert sie vor allem an ihre eigene politische Unschärfe.
Dabei ist dem zentralen Thema der Sozialdemokratie keineswegs an Bedeutung verloren gegangen. Die SPD als Partei der Arbeit wird gebraucht. Soziale Gerechtigkeit bleibt für viele Menschen ein zentrales politisches Anliegen. Das Problem besteht vielmehr darin, dass die SPD diese Themen zwar weiterhin anspricht, sie jedoch immer seltener glaubwürdig verkörpert. Eine Partei, die über Jahrzehnte für gute Löhne, bezahlbare Mieten, sichere Renten, starke Mitbestimmung und einen verlässlichen Sozialstaat gestanden hat, darf nicht den Eindruck erwecken, lediglich eine moderatere Verwaltung sozialer Zumutungen zu sein.
Die gesellschaftlichen Krisen der vergangenen Jahre wie die Energiepreiskrise, steigende Mieten und eine hohe Inflation, politische Konflikte und ein wachsender Vertrauensverlust in staatliche Institutionen haben viele Menschen verunsichert. In dieser Situation wurde die SPD massiv abgestraft. Studien und Analysen zeigen
deutlich: Vertrauen ist verloren gegangen und die Partei steht vor der doppelten Herausforderung, sich zu erneuern und zugleich politische Verantwortung zu übernehmen.
Besonders alarmierend ist, dass die SPD gerade in den gesellschaftlichen Gruppen stark verloren hat, die traditionell zu ihrem Kern gehören. Unter Arbeiterinnen und Arbeitern sowie unter Menschen mit wirtschaftlichen Sorgen wird die SPD nicht mehr selbstverständlich als politische Schutzmacht wahrgenommen. Dort, wo materielle Unsicherheit, Abstiegsängste und das Bedürfnis nach Sicherheit besonders groß sind, hat die SPD an Glaubwürdigkeit eingebüßt.
Dabei geht es nicht nur um wirtschaftliche Fragen, sondern auch um Respekt und gesellschaftliche Anerkennung.
Studien zeigen, dass sich viele Beschäftigte politisch nicht wahrgenommen fühlen. Nur ein kleiner Teil ist der Meinung, dass Politikerinnen und Politiker ihre Probleme ernst nehmen. Viele berichten von Überlastung, fehlender Wertschätzung und dem Gefühl, dass über sie gesprochen wird, aber nicht mit ihnen.
Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit ist überzeugt: Eine echte Erneuerung kann nur von unten gelingen. Die Erfahrungen, Ideen und Perspektiven der Mitglieder vor Ort müssen stärker in politische Entscheidungsprozesse einbezogen und repräsentiert werden. Nur durch offene Debatten, klare arbeits- und sozialpolitische Positionen und eine stärkere Einbindung der Basis kann die SPD wieder Vertrauen gewinnen. Der am Montag vom Landesvorstand vorgeschlagene Weg genügt diesem Anspruch nicht. Für die AfA ist klar: Erneuerung darf nicht nur auf höchster Funktionär*innenebene entschieden werden. Sie muss aus der Mitte der Mitglieder kommen. Deshalb spricht sich die AfA für ein Mitgliedervotum über den nächsten Parteivorsitz aus.
Die AfA fordert einen offenen, ehrlichen und umfassenden Erneuerungsprozess, der:
die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wieder ins Zentrum stellt,
klare sozialdemokratische Positionen zur sozialen Frage formuliert,
innerparteiliche Debatten stärkt und politisiert,
die Mitglieder stärker beteiligt und die Partei personell breiter aufstellt.
Die SPD muss wieder erkennbar, glaubwürdig und kämpferisch für soziale Gerechtigkeit, gute Arbeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt eintreten. Die AfA Baden-Württemberg hat den Anspruch sich dafür einzubringen und an der personellen und organisatorischen Neuaufstellung der Partei mitzuwirken.
Nur so kann die SPD Baden-Württemberg verlorenes Vertrauen zurückgewinnen und wieder zur politischen Stimme der arbeitenden Menschen werden.
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